U. Häßler @ 2008-01

LightZone – Bildbearbeitung mit dem Zonensystem

Wer hätte gedacht, dass die unhandlichen Zonen des analogen Zonensystems im digitalen Zeitalter ein Revival erleben?

Schon vor vielen Jahrzehnten hat der Fotograf Ansel Adams eine systematische Belichtungsstrategie entwickelt, um die Helligkeitszonen in seinen Bildern perfekt auf das Papier umzusetzen: das Zonensystem. In diesem Zonensystem hat immer nur ein elitäres Klübchen von technisch versierten Fotografen das Ei des Kolumbus gesehen.

Die digitale Bildbearbeitung hingegen bietet ein Histogramm und eine Vorschau auf die Korrekturen. Zusammen mit dem unschätzbar wertvollen „Rückgängig machen“ entsteht so viel schneller das Verständnis für den Helligkeitsaufbau des Bildes als in der Dunkelkammer. Aber auch das Histogramm ist nicht gerade intuitivl: 256 Helligkeitsstufen sind kein Pappenstill. Vielleicht ist die Zeit reif für ein einfacheres Modell wie das Zonensystem von LightZone.

LightZone von Light Crafts, einer Softwareschmiede in Palo Alto, nutzt 16 Helligkeitszonen anstelle des klassischen Histogramms und bietet mit dem »ZoneMapper« ein elegantes und trotzdem intuitives Werkzeug für Helligkeits- und Kontrastkorrekturen.

Der ZoneMapper

LightZone ist ein Programm für ausgefeilte und enorm mächtige Bildkorrekturen, das den LAB-Farbraum für Helligkeits- und Kontrastkorrekturen nutzt. Das zentrale Werkzeug von LightZone ist der ZoneMapper, der aus 16 Graustufen von Schwarz bis Weiß besteht, von denen jede wiederum 50% eines Blendenschritts umfasst.

Jede Zone der Graustufenskala lässt sich vergrößern oder verkleinern und führt uns vor Augen, was bei Helligkeitskorrekturen passiert: Das Öffnen der Tiefen verkleinert die Stufen in den nächst helleren Abstufungen.




Mit der Information, wo die Problemzonen im Bild liegen, öffnet das Dehnen und Stauchen der Zonen in der Graustufenskala die Tiefen, schiebt die hellste Zone zum Weiß und komprimiert die Mitteltöne für ein kontrastreicheres Bild.

Diese Korrekturen entsprechen den Manipulation der Gradationskurve in verschiedenen Helligkeitsbereichen. Die Zonenkorrektur greift allerdings besser und zeigt auch in den Tiefen keine Folgen in Form von farbigen Fehlpixeln. Anders als bei Korrekturen mit der Gradationskurve bringt die Zonenkorrektur keine Farbverschiebungen mit sich.


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Quicktipps

Wenn der Himmel zu eintönig ist


Wolken lassen sich mit Pinseln einmalen. Alternative Pinselspitzen für Wolken hat z.B. grenouille-enchantee.

Pinselspitzen oder Photoshop Brushes haben die Dateiendung abr und werden in das Photoshop-Verzeichnis Pinsel oder Brushes kopiert. In Photoshop das Pinsel-Werkzeug in der Werkzeugleiste aktivieren, um die Pinsel-Sammlung anzuzeigen. Oben rechts in der Pinselsammlung auf das Dreieck klicken, um die frisch eingeflogenen Pinselspitzen zu laden.

Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.