
Wer hätte gedacht, dass die unhandlichen Zonen des analogen Zonensystems im digitalen Zeitalter ein Revival erleben?
Schon vor vielen Jahrzehnten hat der Fotograf Ansel Adams eine systematische Belichtungsstrategie entwickelt, um die Helligkeitszonen in seinen Bildern perfekt auf das Papier umzusetzen: das Zonensystem. In diesem Zonensystem hat immer nur ein elitäres Klübchen von technisch versierten Fotografen das Ei des Kolumbus gesehen.
Die digitale Bildbearbeitung hingegen bietet ein Histogramm und eine Vorschau auf die Korrekturen. Zusammen mit dem unschätzbar wertvollen „Rückgängig machen“ entsteht so viel schneller das Verständnis für den Helligkeitsaufbau des Bildes als in der Dunkelkammer. Aber auch das Histogramm ist nicht gerade intuitivl: 256 Helligkeitsstufen sind kein Pappenstill. Vielleicht ist die Zeit reif für ein einfacheres Modell wie das Zonensystem von LightZone.
LightZone von Light Crafts, einer Softwareschmiede in Palo Alto, nutzt 16 Helligkeitszonen anstelle des klassischen Histogramms und bietet mit dem »ZoneMapper« ein elegantes und trotzdem intuitives Werkzeug für Helligkeits- und Kontrastkorrekturen.
Der ZoneMapper

- Auf den Seiten von Light Crafts gibt es eine voll funktionsfähige Demoversion und Videotutorials zu LightZone.
LightZone ist ein Programm für ausgefeilte und enorm mächtige Bildkorrekturen, das den LAB-Farbraum für Helligkeits- und Kontrastkorrekturen nutzt. Das zentrale Werkzeug von LightZone ist der ZoneMapper, der aus 16 Graustufen von Schwarz bis Weiß besteht, von denen jede wiederum 50% eines Blendenschritts umfasst.
Jede Zone der Graustufenskala lässt sich vergrößern oder verkleinern und führt uns vor Augen, was bei Helligkeitskorrekturen passiert: Das Öffnen der Tiefen verkleinert die Stufen in den nächst helleren Abstufungen.

- Eine Mausbewegung über die Graustufenskala des ZoneMappers unterlegt die Zonen im Bild farbig und zeigt, welche Bildbereiche in welchen Zonen liegen und ob Zonen schlichtweg fehlen. Das Histogramm liefert ähnliche Informationen, sagt uns aber leider nie, wo die Helligkeitsbereiche im Bild zu finden sind.
Mit der Information, wo die Problemzonen im Bild liegen, öffnet das Dehnen und Stauchen der Zonen in der Graustufenskala die Tiefen, schiebt die hellste Zone zum Weiß und komprimiert die Mitteltöne für ein kontrastreicheres Bild.
Diese Korrekturen entsprechen den Manipulation der Gradationskurve in verschiedenen Helligkeitsbereichen. Die Zonenkorrektur greift allerdings besser und zeigt auch in den Tiefen keine Folgen in Form von farbigen Fehlpixeln. Anders als bei Korrekturen mit der Gradationskurve bringt die Zonenkorrektur keine Farbverschiebungen mit sich.

- Derart extreme Helligkeitskorrekturen sind mit der Gradationskurve kaum durchführbar und würden schnell zu starken Solarisationen führen.

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