U. Häßler @ 2008-08

Adobe Lightroom und Apple Aperture II

Bilder entwickeln und bearbeiten

Viele der Funktionen, die in den ersten Versionen von Aperture noch vermisst wurden (z.B. die Devignettierung), hat Apple in Version 2 eingebracht.

Adobe Lightroom und Apple Aperture verwenden Schieberegler als einfachen Einstieg in die Korrekturen von Fotos, die selbst bei kräftiger Unterbelichtung oder Überbelichtung schnell zu einer sichtbaren Verbesserung des Bildes führen

Mit denselben Schiebereglern arbeitet die RAW-Erweiterung von Adobe Photoshop. Für Einsteiger führen die straff organisierten Regler schnell und intuitiv zu guten Korrekturen, Profis kennen die Wirkung bereits aus dem RAW-Konverter und müssen keine Abstriche hinnehmen.


Aperture: Mit Version 2 und dem kleinen Nachschlag in Version 2.1 hat Aperture kräftig aufgeholt. Die Unterstützung für RAW-Formate ist verbessert, eine Plugin-Schnittstelle erweitert die Möglichkeiten der Bildbearbeitung.

In beiden Programmen ist die Entwicklung oder Anpassung von Bildern an das Adobe-RAW-Modul angepasst, das viele Fotografen vielleicht bereits aus Adobe Photoshop kennen.

Für die stetige Kontrolle der Korrekturen steht ein Histogramm zur Verfügung, Farben und Helligkeiten können gesondert geregelt werden, da die Bilder im Lab-Farbraum und nicht im RGB-Farbraum korrigiert werden. Von diesem feinen, aber entscheidenden Unterschied muss der Fotograf aber nun nichts mehr wissen …
Ein großer Teil des Know Hows, das für die hochwertige Bildbearbeitung erforderlich war, liegt in Aperture und Lightroom unter der Oberfläche verborgen. Dennoch bieten beiden Programme auch eine Gradationskurve für schwierige Korrekturen.

Die Verlustfreiheit hat ihren Preis. So wächst die Steuerdatei der Aperture-Bibliothek schnell auf 10 bis 20 % des Bildarchivs an. Auch Lightroom verlangt nach Raum auf der Speicherplatte. Dafür aber tasten beide Programme die Originaldaten der Bilder nicht an.


Lightroom: Die Tiefen leicht aufhellen, die Lichter abdunkeln, damit die Zeichnung des Himmels besser herausgestellt wird, eine Farbkorrektur im Lab-Farbraum, um den Reiter besser vom Blattgrün zu trennen

Alle Korrekturen lassen sich sowohl an JPEG-Bildern als auch an RAW-Aufnahmen durchführen.

Wie in den RAW-Konvertern der Kamerahersteller oder im RAW-Modul von Adobe Photoshop sind alle Korrekturen verlustfrei (auch die Bearbeitung von JPEG-Bildern) und können später zurück genommen oder weiter geführt werden. Das erleichtert nicht nur die Experimente mit dem Bildmaterial, sondern enthebt den Fotografen von der Verwaltung unzähliger Versionen eines Bildes.

Aperture: Mit Version 2 und dem kleinen Nachschlag in Version 2.1 hat Aperture kräftig aufgeholt. Die Unterstützung für RAW-Formate ist verbessert, eine Plugin-Schnittstelle erweitert die Möglichkeiten der Bildbearbeitung.

Verwalten und Exportieren

Bilder sollen natürlich nicht ihr digitales Leben in einem digitalen Archiv fristen, sondern sie werden im Bildbearbeitungsprogramm für Montagen benutzt, per Email an Freunde und Verwandte verschickt, in Online-Galerien ausgestellt oder in Fotobüchern verschenkt.
Die Vorbereitungen für den Export in andere Medien laufen vollständig unter der Lightroom- oder Aperture-Oberfläche ab und gestalten sich windschnittig ohne langen Anlauf durch unterschiedliche Programme.

Archivieren

Die Versorgung der Aufnahmen mit Metadaten – Schlüsselwörtern, Copyright-Informationen, Kategorisierung – gehört zum Umfang beider Programme. Die ersten Metadaten können bereits beim Import der Bilder automatisch eingefügt werden. Die Bilderstapel vereinfach die detaillierte Beschriftung von Bildern weiter, genauso wie die Möglichkeit, die Metadaten eines Bildes direkt in andere Bilder zu übertragen.
Die sorgfältige Beschriftung der Bilder ist die Grundlage für die Suche nach bestimmten Bildern oder Serien. Sie ist aber auch gleichzeitig die Absicherung des Fotografen, der sein Bildarchiv unabhängig von einer bestimmten Software halten will.

Lightroom oder Aperture oder Photoshop & Co?

Die Qual der Wahl zwischen Lightroom und Aperture steht nur Mac-Benutzern offen. Der Funktionsumfang und der Arbeitsablauf in beiden Programmen sind so ähnlich, so dass nicht nur technische Kriterien zählen werden.

Apple hat mit Version 2.1 in Aperture kräftig aufgeräumt. Insbesondere ist eine Plugin-Schnittstelle hinzugekommen, so dass mehr Funktionen für die Bildbearbeitung integriert werden können.

Ein erstes Plugin hat Apple schon selbst in das Update gesteckt: Jetzt gibt es endlich ein Weichzeichnen. Mit einem Pinsel wird der Weichzeichner (und genauso der Nachbelichter und der Abwedler) auf die Bildbereiche aufgetragen.
Auch das einheitliche RAW-Format, DNG (Digital Negativ) unterstützt Aperture jetzt endlich.

Adobe Lightroom erscheint trotzdem immer noch etwas aufgeräumter und hat bei der Integration der RAW-Formate die Nase vorn. Dafür zahlt der Fotograf einen rund 30% höheren Preis.

Produkt Preis der aktuellen Version Update auf die aktuelle Version
Apple Aperture 199 € 99 €
Adobe Lightroom 296 € 117 €

Eine Empfehlung können wir auf jeden Fall deutlich aussprechen: Anstelle der Anschaffung eines Bildbearbeitungsprogramms wie Adobe Photoshop oder selbst Ulead PhotoImpact oder Adobe Elements sollte für den Einsteiger Lightroom oder Aperture oben auf der Wunschliste stehen. Die Allround-Pflege der Aufnahmen und ihre Verwaltung sind in einem leicht greifbaren Arbeitsablauf unter einen Hut gebracht.

Ein Bildbearbeitungsprogramm stellt deutlich höhere Ansprüche an die Lernbereitschaft und bietet doch kaum bessere Ergebnisse bei der Verbesserung von Bildern. Erst wenn weiterführende Bearbeitungen wie aufwändige Fotomontagen und Freisteller gefragt sind, muss den beiden Programmen eine Software für kreative Bildbearbeitung an die Seite gestellt werden.

Anmerkungen von Besuchern »


RSS-Feed für Anmerkungen zu dieser Seite.
TrackBack URL

Quicktipps

Wenn der Himmel zu eintönig ist


Wolken lassen sich mit Pinseln einmalen. Alternative Pinselspitzen für Wolken hat z.B. grenouille-enchantee.

Pinselspitzen oder Photoshop Brushes haben die Dateiendung abr und werden in das Photoshop-Verzeichnis Pinsel oder Brushes kopiert. In Photoshop das Pinsel-Werkzeug in der Werkzeugleiste aktivieren, um die Pinsel-Sammlung anzuzeigen. Oben rechts in der Pinselsammlung auf das Dreieck klicken, um die frisch eingeflogenen Pinselspitzen zu laden.

Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.