U. Häßler @ 2010-10

Sony a55 und Sony a33

Klein, schnell, leicht und leise – die Sony a55/a33 präsentiert sich als Action-Shooter

Die Sony a55 und Sony a33 haben schon vor der Photokina für Wirbel gesorgt – die ersten digitalen Spiegelreflexkameras mit einem festen semitransparenten Spiegel.

Der Schwingspiegel ist der Segen und die Krux des Spiegelreflex-Systems. Klappt er doch im wichtigsten Moment – bei der Aufnahme – mit Schwung herum. Das kostet Zeit und verringert die Auflösung bei längeren Belichtungszeiten.

Die Feinmechanik eines Schwingspiegels beim kleinen APS-C-Format erfordert eine hohe Fertigungspräzision. Wenn die Lage von Spiegel, Trennlinsen und Fokus-Sensoren nicht perfekt stimmt, kann der Fokus schnell daneben liegen.

Am Ende ist die »Laufleistung« eines Schwingspiegels begrenzt – bei Einsteigermodellen meist auf 75.000 – 100.000 Auslösungen. »Na ja« könnte man jetzt sagen: Das erreichen wohl nur die fleißigsten unter den Fotografen, bevor ein neues Modell ins Fotoköfferchen kommt.

Sony: Kleines Action Shooting mit der a55/a33 auf der Photokina

Warten auf den nächsten Spurt


Was bringt ein fester Spiegel?

Die Sony a55 / a33 ist nicht mehr um den Spiegel herum aufgebaut, sondern die Konstruktion dreht sich um einen schnellen Autofokus und schnelle Serienaufnahmen. Der Spiegel ist fest und semitransparent – er muss nicht während der Aufnahme hochklappen, sondern lässt den größten Teil des Lichts direkt zum Sensor durch. Sony bezeichnet die a55 und die a33 demzufolge auch nicht mehr als SLR (Single Lens Reflex Camera), sondern als SLT (Single Lens Translucent).

Laut Sony gibt der Spiegel 70% des Lichts an den CMOS-Sensor weiter. Das Restlicht wird auf 15 große Autofokus-Sensoren im Dach der Kamera gelenkt. Das entspricht einem Lichtverlust von etwa 1/3 EV, dafür empfängt der Sensor zu jeder Zeit Licht. Diese Technik ist keineswegs neu, sondern wurde schon 1965 von Canon aufgegriffen. Die Canon Pellix nutzte ein extrem leichtes Material für den lichtdurchlässigen Spiegel und konnte so schnell und leise auslösen. Der Pellix folgten Modelle mit festem Spiegel von Nikon und Mamiya, die wegen des schnellen und leisen Auslösens in erster Linie für Profifotografen gedacht waren.

Schnelle Serien ohne Spiegel

Ohne Spiegelschlag können die Sony a55 bzw. a33 bei Serienaufnahmen eine hohe Bildrate liefern. Bis zu 10 Aufnahmen aus der a55 (sechs Aufnahmen bei der a33) pro Sekunde – dafür muss man sonst schon zur Profiliga greifen, die aber immer noch keinen Realzeit-Fokus bieten kann. Wenn der kamerainterne Speicher voll ist, lässt die Seriengeschwindigkeit nach. Wie stark die Serie einbricht, hängt von der Speicherkarte ab.

Schneller Autofokus im Live View und beim Video

Aber für die meisten Fotografen ist nicht die Bildrate entscheidend, sondern die Alltagstauglichkeit. Während Canon und Nikon den Autofokus des Live View mit einer Kontrast-Entdeckung konstruieren, basiert der Live View der Sony a55 auf der schnelleren Phasen-Erkennung der SLR und bietet einen pfeilschnellen Autofokus, da der Phasen-Fokus ohne Unterbrechung nachgeführt wird – auch beim Zoomen und Verfolgungsschwenks im Video.

Elektronischer versus optischem Sucher

Da der Sucher nur den kleineren Teil des Lichts mitbekommt, wäre ein optischer Sucher zu dunkel. Im Dach der beiden Sonys sitzt ein elektronischer Sucher. Das Pentaprisma der klassischen SLR fällt weg und ermöglicht die geringere Höhe.

Der elektronische Sucher der Sony a55

Der elektronische Sucher der Sony a55


Der Blick durch den elektronischen Sucher: Das Sucherbild ist klar und frei von Artefakten, d.h. es zeigt keine Pixel. Die Farbwiedergabe ist natürlich nicht perfekt: Immerhin wurde hier eine Kamera gezwungen, das Bild im Sucher einer anderen Kamera zu erfassen …

Warum viele Fotografen auf den optischen Sucher schwören

Durch den optischen Sucher sehen wir das Bild sozusagen mit dem bloßen Auge – aber unser Auge kompensiert schwierige Lichtverhältnisse und auch die Farbtemperatur des Lichts hervorragend. Darum mögen wir den Blick durch den Sucher.

Aber auf der anderen Seite wird die Aufnahme nur so gut, wie es der Kontrastumfang des Sensors und der Weißabgleich erlauben. Ein hochauflösender elektronischer Sucher macht sofort auf die Tücken des Lichts aufmerksam.

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Anmerkungen von Besuchern »

  1. Kommentar by Rainer Bergner — 29. Dezember 2010 @ 18:29

    Hallo, ich hatte die A55 gekauft, weil ich von der gesamten Konzeption überzeugt war. Ein Feature hat mich jedoch dazu gebracht, die A55 schon wieder abzugeben:
    Ich habe übersehen, daß der Monitor nach unten wegklappt und beim Drehen unter den Kameraboden gerät. Das verhindert, daß der Monitor nicht zusammen mit einem Stativ eingesetzt werden kann. Wer kommt nur auf solch einen Schwachsinn?
    Gibt es bei Ihnen Infos, ob dieser Mangel bei den nächsten Neuerscheinungen behoben wird?
    Wird die SLT-Technik auch auf die Profiserie zukünftig angewendet?
    Viele Grüße

    R.Bergner


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