In Punkto »durchdachtes Bedienkonzept« hat Panasonic eindeutig ein Klassenziel erreicht – die einfache und intuitive Bedienung einer Kamera hängt ja nicht nur einfach davon ab, wo die Knöpfe der Kamera angebracht sind und wie groß sie sind. Bei einer intuitiven Bedienung soll die Kamera den typischen Abläufen entgegen kommen. Das ist Panasonic hervorragend gelungen.

- Damit eine Kamera »intuitiv« zu bedienen ist, müssen die Entwicklungs-Ingenieure schon am Reißbrett wissen, wie der Fotograf vorgeht.
Platz sparen und trotzdem viele Funktionen auf dem Gehäuse unterbringen, damit wir nicht bei jeder Einstellung das Menü ansteuern müssen – das ist der Dreh- und Angelpunkt eines durchdachten Konzepts. Das Programmrad besteht aus drei Ringen:
- Der untere Hebel schaltet die Kamera ein und aus
- Mit dem mittleren Ring wechselt man den Aufnahmemodus der Lumix G1
Zur Verfügung stehen: Einzelbild, Serienbild und Selbstauslöser - Mit dem obersten Ring wird das Belichtungsprogramm eingestellt
Der Schalter für den Fokus auf dem Kamerabody untergebracht und sitzt als kleiner Ring links vom Blitzschuh: Einzelbild-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, manueller Fokus.

- Sinnvolle Doppelbelegung des Einstellrads: Einstellrad kurz drücken, drehen für eine Belichtungskorrektur, Einstellrad wieder kurz drücken, um die normale Funktion wieder aufzunehmen. Klasse.
Ein Druck auf das Einstellrad vorn macht aus dem Einstellrad eine Belichtungskorrektur – eine hervorragende Lösung für eine so wichtige Funktion. Eigentlich doch auch eine ganz nahe liegende Idee … So funktioniert die Belichtungskorrektur auch in jedem Programm von der Automatik über Zeit- und Blendenautomatik bis hin zu den Motivprogrammen. Wer sich als Fotograf an das manuelle Programm herantraut: Dann schaltet das Einstellrad bei einem Druck zwischen Zeit- und Blendeneinstellung. Genial.

- Die Belichtungskorrektur wird auch über den Q.MENU-Knopf auf der Oberseite der Kamera angeboten – Q.MENU drücken und bis zur Belichtungskorrektur scrollen – dann allerdings nicht in der Vollautomatik.
Die Menüs prunken in großer Schrift – und zwar schwarz auf weiß. Fotos mögen auf einem schwarzen Untergrund brillant wirken, aber Schrift ist schwarz auf weiß nun einmal besser lesbar.

- Mit der großen Schrift vermehren sich natürlich die Menüseiten, aber insgesamt bleiben die Menüs gut überschaubar, da viele Funktionen in den Knöpfen und Ringen des Kamerabodys untergebracht sind.
Bedienung: Mankos der Panasonic Lumix G1
Serienbilder sind mit dem elektronischen Sucher ein Schuss ins Blaue – beim Verfolgen eines bewegten Motivs muss der Fotograf abschätzen, wie er das Motiv mit der Kamera verfolgt, denn während die Kamera ihre Serienbilder erfasst, sieht der Fotograf immer nur das zuletzt aufgenommene Bild, nicht aber das Live-Bild im Sucher. Mit dem Vorschaubild auf dem Monitor sieht das ganz genauso aus.
Das Löschen aller Aufnahmen auf der Speicherkarte in der Kamera ist langsam … aber das ärgert wohl höchstens den Tester, der gerade die Serienfunktion der Panasonic ausgiebigen Tests unterzogen hat und zum dritten mal die Gigabytes in den elektronischen Papierkorb befördern will.
Leistungsbewertung
Wenn man einmal vom Äußeren der Kamera absieht, fallen bei der Lumix G1 zuerst die wunderbar kurzen Reaktionszeiten auf. Zwar nutzt die G1 „nur“ die Kontrast-Erkennung der Kompaktkameras, aber mit 3,15 Aufnahmen pro Sekunde liegt sie im Vorderfeld der Kompaktkameras, auch wenn sie dabei nicht an die Spitze der Spiegelreflexkameras kratzt.
Wie aber schnell zu vermuten, schafft die Panasonic Lumix G1 diese Geschwindigkeit im Serienmodus bei RAW-Bildern natürlich nicht – Full Speed gibt’s nur für JPEG-Bilder.
Die Zeiten der unakzeptablen Auslöseverzögerung der digitalen Kompaktkameras sind längst vorbei, aber trotzt der schnellen Reaktion der Lumix G1 bleibt sie bei guten Lichtverhältnissen hinter den schnellen Spiegelreflexkameras zurück, bei schlechten Lichtverhältnissen allerdings kann die Lumix G1 durchaus anschließen.
Auf der anderen Seite hingegen hat die G1 mit der Kontrasterkennung auf dem Bildsensor einen natürlichen Vorteil. Während das Licht bei der SLR vom Spiegel auf die Autofokussensoren unterhalb des Spiegels umgelenkt werden muss und der Autofokus dabei unter mechanischen Toleranzen leidet, ist der Fokus auf dem Bildsensor schlichtweg zuverlässiger.
Super ist auch die Reaktionszeit des Einbaublitzes, der sich so schnell nach einer Aufnahme zurück meldet.

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