Groß sei die Kamera, schwer und komplex …
Statt an der ohnehin immer komplexeren Technik des Spiegelreflex-Systems zu basteln, hat Panasonic einen neuen digitalen Kameratyp ins Rennen geworfen und die alte Idee einer Systemkamera mit Wechselobjektiven aufgegriffen: Die Panasonic Lumix G1 hat keinen Spiegel.
Die Spiegelreflexkamera wurde entwickelt, um das Problem der Sucherparallaxe zu überwinden. In analogen Zeiten hatte die Spiegelreflexkamera gegenüber der Kompaktkamera also durchaus ihre Vorteile. Aber digitale Kompaktkameras haben keine Sucherparallaxe – sie zeigen das Bild auf dem Sensor und damit den perfekten Bildausschnitt.
Bislang lösten elektronische Sucher und Displays aber nicht hoch genug auf, um exaktes Scharfstellen zu gewährleisten und unter gleißendem Sonnenlicht wissen wir nie so richtig, was das Display nun gerade zeigt. Die Lumix G1 profitiert von der Videotechnik mit einem hoch auflösenden und schnellen elektronischen Sucher und kann auf die gesamte Spiegelkonstruktion verzichten.

- Lumix G1: Etwas kleiner als die Nikon D60, etwas größer als die Canon G10 – auf jeden Fall aber formschön und elegant. Viel zu schade, um sie in einer Kameratasche zu verstecken …
Wo die Welt des analogen Films noch so schön überschaubar war, verbauen digitale Kameras heute viele unterschiedliche Sensorgrößen, so dass die Brennweiten der Objektive nur mit Taschenrechner und Tabellen zu vergleichen sind. Bei der Spiegelreflexkamera kommen unterschiedliche Anschlüsse für die Objektive hinzu und machen aus jeder Kamera ein echtes Unikat.
Leica, Olympus und Panasonic haben sich auf eine Sensorgröße und einen Objektiv-Anschluss geeinigt: den FourThirds-Standard.

- Sensorgrößen im Vergleich: zwei Sensoren von typischen Kompaktkameras, der FourThirds-Sensor, der APS-C-Sensor der Einsteiger- und Mittelklasse von Spiegelreflexkameras und am Ende der Vollformatsensor der Spiegelreflexkameras der Profiliga.
Die Panasonic Lumix G1 hat also einen FourThirds-Sensor – deutlich größer als die Sensoren der digitalen Kompakten und einen Deut kleiner als die Sensoren der SLR-Einsteiger- und -Mittelklasse. Die Größe des Sensors soll eine hohe Qualität auch bei hohen ISO-Werten und einem hohen Kontrastumfang der aufgenommenen Szene sichern. Auf der anderen Seite sollen die (gegenüber dem Vollformat-Sensor) deutlich kleineren Abmessungen des Sensors für eine kompakte Bauweise und kleine leichte Objektive sorgen.
Der elektronische Sucher
In der Panasonic Lumix G1 sitzt ein elektronischer Sucher, der lückenlose 60 Bilder pro Sekunde liefert und bei 800×600 Pixel mit sagenhaften 480.000 RGB-Bildpunkten (entspr. 1,4 Mio. Punkten!) ein helles und scharfes Bild liefert.
Sobald der Fotograf das Rad links neben dem Sucherdach auf manuellen Fokus stellt und den Fokussierring am Objektiv zum Scharfstellen dreht, zeigt der elektronische Sucher das Bild in einer 10-fachen Vergrößerung.
In der Dämmerung oder wenn die Kamera eine dunkle Ecke anvisiert, hellt die Panasonic Lumix G1 das Sucherbild auf, so dass der Sucher auch bei wirklich schlechten Lichtverhältnissen noch ein arbeitstaugliches Bild zeigt … auch wenn es dabei kräftig im Sucher (aber nicht unbedingt auch im Bild) rauscht.
Das LCD der Lumix G1

- Schwenkbar, kippbar, versenkbar – das Vorschaubild mit 460.000 Bildpunkten ist 3″ groß, hell und schnell.
Mittels eines Augensensors (Infrarot-Sensor) schaltet die G1 zwischen Sucher und LCD, sobald das Auge nah genug an den Sucher herankommt.
Genauso wie der Sucher reagiert das Vorschaubild auf dem Monitor beim manuellen Scharfstellen automatisch mit der 10-fachen Vergrößerung des Motivs. In der Dämmerung und in dunklen Ecken allerdings scheiden sich Sucher und Vorschau-Display: Der Sucher hellt das Bild stark auf, damit der Fotograf sicher scharf stellen kann, während das Vorschaubild auf dem Display das Bild so zeigt, wie es aufgenommen wird.

Wenn “das löschen aller Bilder” zu lange braucht, hilft vielleicht eine Formatierung. Das geht meist sehr schnell.
Hallo Georg,
gut, dass Sie mich darauf aufmerksam machen. Habe nämlich bemerkt, dass ich eine alte einfache SD-Karte in der Kamera hatte. Muss ich mir noch mal ansehen, bevor ich der armen Kamera hier etwas anhänge :-)
Ulrike
Sehr positiv geschrieben, aber: mit den kleinen DSLRs (wie der 1000D oder der D60) kann die Kamera mithalten. Was aber partourt derzeit stört, ist der elektronische Sucher. Irgendwie flimmerts vorm Augen und den Regenbogeneffekt sieht man auch- ein Ersatz für den Spiegel stellt die Technik m.E. nicht dar.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Die Bildqualität ist überzeugend (nicht zuletzt wahrscheinlich durch die besseren Objektive). Der Sucher ist verbesserungswürdig und wird sicher auch noch besser — aber der Sucher der Einsteiger-Spiegelreflexkameras ist ebenfalls ein Desaster für Einsteiger.
Den elektronischen Sucher braucht man außerdem kaum, das Display auf der Rückseite ist hervorragend selbst in sehr heller Umgebung.
Bald mein Mann hat Geburtstag…ich will ihm eine Kamera zum Geburtstag schenken!Und jetzt sind diese Infos sehr nützlich für mich!Vielen Dank ;)