Eine Bridgekamera wie die Canon PowerShot SX110 IS kostet nur knapp ein Drittel wie die Olympus E-P1. Dafür sind die meisten Bridgekamera nur eine Episode für ihre Besitzer – die Abbildungsfehler (verursacht durch den extrem großen Zoombereich) in den extrem kleinen und großen Brennweiten nerven mit wachsenden Ansprüchen.
Wenn ich an die schöne Sony R1 (eine Bridgekamera mit einem sehr guten Objektiv und einen großen Sensor) denke: Kameras mit guten Objektiven haben eine lange Einsatzzeit und werden nicht bei der nächsten Gelegenheit durch ein Kamera-Update ersetzt. In diesem Sinne versprechen die Micro-Four-Thirds-Kameras wie die E-P1 eine lange Nutzungsdauer.
Natürlich bietet das Kit-Objektiv nicht den gigantischen Zoombereich der Bridgekameras – aber das LUMIX G VARIO 4,0-5,8/ 14-140mm (28-280mm KB) oder das relativ preiswerte LUMIX G VARIO 4,0-5,6/ 45-200mm bieten einen tatsächlich nutzbaren Zoombereich ohne eklatante Fehler wie die starke Vigettierung und Tonnen- oder Kisssenverzerrung der Bridgekameras.
Kleine Four Thirds oder SLR? | Der Preis der Olympus EP-1 liegt über dem Preis der Einsteiger-SLRs – allerdings sollte man die EP-1 anhand des Funktionsumfangs und des hochwertigen Aufbaus auch eher mit der gehobenen Einsteigerklasse vergleichen.
Wer sich eine Micro-Four-Thirds-Kamera als Ergänzung zur SLR mit einem APS-C-Sensor anschaffen will, sollte vorsichtig sein: Die Qualität der Aufnahmen aus der Olympus E-P1 überzeugt und die Bereitsschaft, die Spiegelreflexkamera hervorzuholen, sinkt. Dann stehen am Ende im Fotoschrank zwei Systeme, die technisch nah beisammen liegen, und eines der beiden Systeme wird im Schrank liegen bleiben.
Fazit Die Olympus E-P1 ist keine Kamera für Einsteiger – sie hat viel zu bieten und stellt dafür Anforderungen an den Fotografen.
Minuspunkte gibt es für das schnelle Abschneiden der Lichter bei ISO 100 und die geringe Auflösung des Live-Views, der den Sucher ersetzen muss. Auch kleinere Fokusfelder, mit denen sich der Autofokus bei kleinen Motiven nicht so schnell verirrt, wären angebracht, sowie ein Autofokus-Hilfslicht, um dem Autofokus in schlechten Lichtverhältnissen auf die Sprünge zu helfen. Für schnelle Sportaufnahmen ist die Olympus E-P1 ebenfalls nicht besonders geeignet – dafür ist der Autofokus nicht schnell genug.
Ihre Pluspunkte sind ihre Funktionsvielfalt und die Bildqualität bei hohen ISO-Werten, mit denen sie keiner Spiegelreflexkamera – weder aus dem Einsteiger- noch aus dem Mittelfeld – nachstehen muss. Mit ihrem Four-Thirds-Sensor liefert die Olympus E-P1 plastische Aufnahmen durch eine schnelle Unschärfe im Hintergrund bei kleinen und mittleren Blenden. Ein erfahrener Fotograf wird keine Probleme haben, die kleinen Mankos der Olympus E-P1 in den Griff zu kriegen, und dann ist wird die Olympus E-P1 zur einer guten Begleiterin für viele Jahre.

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