Eine kleine Kamera, die ich mir um den Hals hängen kann, die nicht großartig auffällt, wenn ich auf dem Markt ein paar Fotos schieße, bei der ich mir aber nicht doch wieder insgeheim die dicke Spiegelreflex herbeiwünsche …
Kleine Kameras mit großen Sensoren – darauf warten alle Fotografen. Die Olympus E-P1 passt zwar weder in die Jackentasche noch ins Handtäschchen, aber sie klein genug, um sie mit auf den Wochenmarkt zu nehmen und groß genug, um gute Bilder zu machen …
Um das Ergebnis aus kleinen Testreihen zur Schärfentiefe als auch der Beispiele für das Fotografieren mit hohen ISO-Werten gleich vorwegzunehmen:
Ein Four Thirds-Sensor ist nicht einfach etwas größer als ein Kompaktkamera-Sensor. Vielmehr ist ein Four Thirds-Sensor nur etwas kleiner als der Sensor der APS-C Spiegelreflexkameras.
Body und Design
Die Werbung verspricht nicht zuviel: Seit meiner zweiten Digitalkamera (die Sony R1) habe ich keine Kamera mit einem so großen Vergnügen in Gang gebracht. Das 14-42 mm-Allround-Zoom ist klein und elegant, dabei versteckt es im Ruhezustand seine wahren Abmessungen.
Mit einem Schalter muss die Sperre gelöst werden, die das Kit-Objektiv mit einer Brennweite von 14-42 mm (entspr. 28-84 mm bei KB) auf die kleinen Maße im Ruhezustand bringt. Erst wenn das Objektiv ausgefahren ist, ist die Olympus E-P1 einsatzbereit.
Edel mit professioneller Wirkung | Dass der Kamerabody ein Retro-Design der erfolgreichen Olympus Pen aus dem 50iger Jahren ist, ist schon ausreichend oft geschrieben worden. Tatsächlich macht die Olympus einen überaus edlen Eindruck – eine, die sich jeder gern am Trageriemen um den Hals hängt. Unbestritten: Sie ist ein Schmuckstück – trotz ihres Gewichts, das sie der Rundumverpackung aus gebürstetem Stahl (das ein Grundgerüst aus Kunststoff verdeckt) verdankt. Sie strahlt trotz ihrer relativ geringen Abmessungen auch einen professionellen Charakter aus – nicht ganz unwichtig für Porträtaufnahmen und Reportagen.

- Mit der Einstellung auf ISO 200 verkraftet die Olympus E-P1 auch die Kontraste zwischen hellen Plätzen und dunklen Gassen ohne Fehl und Tadel.
Live View ohne Alternative | Die Olympus E-P1 hat keinen Sucher – die Kamera muss hoch und vor das Gesicht gehalten werden. Zwar gibt es einen optionalen optischen Sucher, der ist aber für das 17 mm-Festbrennweiten-Objektiv konstruiert. Das 3“-Display spielt also eine zentrale Rolle, hat aber nur eine Standardauflösung von 230.000 Bildpunkten und bleibt damit auf dem Stand der Einsteiger-SLRs. Einer Kamera ganz ohne Sucher hätte Olympus ruhig mehr Pixel in das Display packen dürfen.
Das Programmrad ist auf der linken Oberseite versenkt und wird auf der Kamerarückseite mit einem Drehschalter bedient. Ungewohnt, aber praktisch ist das Steuerrad im Hochformat auf der linken Rückseite, mit dem die Blende im Programm A und die Zeit im Programm S (bzw. die Blenden-Zeit-Kombination im Programm P) gewählt werden. Die E-P1 will schon ein wenig anders sein.
An einer Stelle aber Olympus das »Anders sein« aufgegeben und hat der E-P1 einen ganz normales SD-Kartenlaufwerk anstelle des xD-Picture Card-Slots mitgegeben … ein Segen.



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