Die Belichtungsskala als Fokusierhilfe
Damit sich das manuelle Fokussieren bei Objektiven ohne Fokusmotor einfacher gestaltet, hat die Nikon D60 die analoge Skala für die Belichtungskorrektur clever umgenutzt: Die »0« in der Mitte dient dann als Fokusindicator und die Blendenstriche vor und nach der Null zeigen, wie weit die Entfernungseinstellung noch vom anvisierten Motiv entfernt ist. Das ist eine willkommene Unterstützung für alle Einsteiger, die sich in das manuelle Fokussieren einarbeiten wollen.
Die Anzeige der Fokusgenauigkeit ist optional – schließlich will man von Zeit zu Zeit doch wissen, wo die Belichtung sitzt. Die Einstellung liegt an der tiefsten Stelle des Individualmenüs der D60.
Aktives D-Lighting – was bringt es tatsächlich?

- Aktives D-lighting als Knopf auf der Oberseite der Kamera birgt eine besondere Belichtungskorrektur: Rettungsanker bei Gegenlicht und krassen Lichtverhältnissen mit gleißendem Licht und abgrundtiefen Schatten.
D-Lighting gab es schon unter den Bildbearbeitungsfunkitonen der D40 und D40x – die Funktion dunkelt das Bild leicht ab und hellt dunkle Bildbereiche (die „Tiefen“) auf. Die Nikon D60 macht aus dem kleinen Software-Feature eine echte Belichtungskorrektur und nennt es nun Active D-Lighting.
Eine derartige Korrektur macht Sinn, wenn krasse Lichtverhältnisse zu tiefen Schatten und ausgefressenen Lichtern führen, also an hellen sonnigen Tagen (vor allem in der Mittagszeit) und natürlich bei Gegenlichtaufnahmen, in denen das Motiv zu dunkel vor einem meist überbelichteten Hintergrund steht.

- Die Reduzierung der Belichtung bringt etwas Zeichnung in den Himmel, das Aufhellen des Vordergrunds sattere Farben.
Aktives D-Lighting wartet nicht auf die Bildbearbeitung, sondern kann schon bei der Aufnahme mit dem neuen Knopf unterhalb des Auslösers vorgegeben werden.
Die Nikon D60 reduziert dann die Belichtung, um an mehr Detailzeichnung in den hellen Bildpartien zu kommen, und hellt die Schatten leicht auf, bevor das Bild als JPEG gespeichert wird. Auf diese Weise wird der Dynamikumfang der D60 vergrößert – die Überbelichtung wird reduziert, so dass die Lichtern besser erhalten bleibt.
Subtil aber effektiv
Dabei kommt es zunächst einmal zu weniger Rauschen in den Tiefen als bei der rein softwareseitigen Lösung wie in der D40(x) – schliesslich ist die Belichtungszeit kürzer. Das Aufhellen der Schattenbereiche wird naturgemäß wieder zum Rauschen beitragen – allerdings geringer als bei der Softwarelösung.
Der Effekt ist subtil – Wunder darf man sich von dieser Strategie nicht erhoffen. Dank der gekürzten Belichtung hat das Verfahren gegenüber einer Korrektur im Bildbearbeitungsprogramm durchaus einen klaren Vorteil: In ausgefressene Lichter holt auch das beste Bildbearbeitungsprogramm keine Zeichnung, beim Aufhellen der dunklen Bildbereiche bleibt das Rauschen auf ein Minimum reduziert.
Erfahrene Fotografen greifen darum gern in solchen Lichtsituationen zu einer besonderen Belichtungsstrategie: Belichten auf die Tiefen. Das Bild wird mit einer Belichtungskorrektur von -1 Blende oder mehr aufgenommen, also absichtlich unterbelichtet und wird insgesamt zu dunkel. Die dunklen Bildbereiche lassen sich allerdings im Bildbearbeitungsprogramm (z.B. mit der Lichter/Tiefen-Korrektur in Photoshop) zumeist noch gut entwickeln.
Fazit
Die Nikon D60 birgt trotz aller Ähnlichkeit zur Nikon D40x doch Neuheiten, die den höheren Preis rechtfertigen mögen. Die Belichtungskorrektur mittels Active D-Lighting ist effektiv ein Gewinn – und das nicht nur für Einsteiger in die Spiegelreflexfotografie (die Funktion hat die Nikon D60 schließlich von der professionelleren Nikon D300 geerbt).
Ein Haupttreffer ist ohne Zweifel das stabilisierte Kit-Objektiv. Das sollte sich der Käufer nicht entgehen lassen, bringt es doch in vielen Situationen schärfere Aufnahmen.
Natürlich gibt es auch Minus-Punkte:
- Kein Life-Preview – viele Fotografen, die von der digitalen Kompaktkamera auf die digitale Spiegelreflexkamera umsteigen, vermissen ihren Life-Preview doch schmerzhaft.
- Keine Abblendtaste – doch in Hinsicht darauf, dass nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz der Einsteiger in die Spiegelreflexfotografie die Abblendtaste jemals entdeckt, empfinden wir dieses kleine Manko nicht als gravierend.
- Keine Blendenreihen – dieses Manko ist weniger verständlich. Die Funktion hätte durchaus bei einer Einsteigerkamera in das Aufnahmemenü verlagert werden können, um keine weiteren Knöpfe an der Kamera erforderlich zu machen.
- Die mitgelieferte Software – Nikon Transfer und Nikon View – ist zu dürftig in Hinsicht auf die RAW-Bearbeitung.

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