U. Häßler @ 2008-04

Nikon D60

Wer als Einsteiger eine Entscheidung zwischen der D40x und der Nikon D60 treffen will, wird sich nach dem ersten Blick auf die Daten der neuen D60 fragen, wo die Unterschiede der D60 zur D40x liegen. Rein äußerlich auf jeden Fall gleichen sich die beiden Modelle nahezu wie ein Ei dem anderen. Erst ein Blick hinter die Kulissen liefert als hervorstechenste Unterschiede zur D40x.

  • ein Objektiv mit Vibration Reduction als Kit-Objektiv – eine Stabilisierung zur Reduzierung der Verwacklungsfahr bei Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten,
  • aktives D-lighting mit eigenem Knopf auf der Oberseite der Kamera (anstelle des Info-Buttons der D40(x),
  • Funktionen zur Bearbeitung von RAW-Aufnahmen in der Kamera,
  • eine Sensorreinigung,
  • den Augensensor, der das Display bei der Annäherung des Auges abschaltet,
  • eine Funktion für Stop-Motion-Filme – die Chance für jeden Walter & Gromit-Fan,
  • eine Fokusskala, die das manuelle Fokussieren mit älteren Objektiven vereinfacht,
  • ein Kippen der Informationen auf dem Display, wenn die Kamera im Hochformat gehalten wird.

Betrachtet man die technischen Daten von Sensor und Belichtungssteuerung, so ergeben sich keine Unterschiede.

Modell D60 D40x
Sensor 3.872 x 2.592 Pixel 3.872 x 2.592 Pixel
Cropfaktor (Beschnitt im Vergleich zum Kleinbildformat) 1,5 1,5
Sensorreinigung Ja Nein
ISO 100 bis 1600 und HI (entspricht ISO 3200) 100 bis 1600 und HI (entspricht ISO 3200)
Verschluss 1/4000 sek. bis 30 sek und Langzeitbelichtung 1/4000 sek. bis 30 sek und Langzeitbelichtung
Eingebauter Blitz Reichweite bis zu 12 m bei ISO 100 Reichweite bis zu 12 m bei ISO 100
Belichtungskorrektur +/- 5 Blenden in 1/3 Schritten +/- 5 Blenden in 1/3 Schritten
Belichtungsmessung 3D Color Matrix II mit 420 Messpunkte, Mittenbetonte Messung, Spotmessung 3D Color Matrix II mit 420 Messpunkte, Mittenbetonte Messung, Spotmessung
Sucher Optisch (Pentadachspiegel, 95% Abeckung, 0.8 fache Vergrößerung) Optisch (Pentadachspiegel, 95% Abeckung, 0.8 fache Vergrößerung)
Display 2,5″, 230000 Pixel, kein Life-Preview 2,5″, 230000 Pixel, kein Life-Preview
Speicher SD-Karte SD-Karte
Kit-Objektiv 18-55 mm, VR 18-55 mm
Sensor-Reinigung Schütteln keine
D-Lighting Aktives D-Lighting durch Reduzierung der Belichtung D-Lighting durch die Kamerasoftware
Unterstützung für manuellen Fokus Optional zuschaltbare Fokusskala im Sucher – –

Die Nikon D60 hat genauso wie die D40 bzw. D40x den Autofokusmotor in das Objektiv verlagert, so dass der Autofokus nur mit Objektiven AF-S oder AF-I zusammen arbeitet.

Highlight: Das neue Objektiv mit dem Verwacklungsschutz

Die einfachen Daten trügen jedoch – die Nikon D60 hebt insbesondere durch das neue Nikon 18-55mm f/3.5-5.6G AF-S VR DX NIKKOR-Objektiv im Kit von der D40(x) ab.

VR – Vibration Reduction oder Reduzierung des Verwacklungsgefahr – fängt die leichte Bewegung der Hand bei der Aufnahme ab und mildert den Schüttler beim Auslösen. Das macht sich vor allem bei schwindendem Licht in der Dämmerung bemerkbar und liefert schärfere Aufnahmen oder macht Aufnahmen ohne Blitz oder höhere ISO-Einstellung möglich. Dafür ist das Objektiv dann auch einen Tick länger, mit einem größeren Durchmesser und etwas mehr Gewicht als beim Nikon 18-55mm f/3.5-5.6G AF-S DX, das noch als Kit-Objektiv an der Nikon D40 und der Nikon D40x ausgeliefert wurde.

Besonders bei langen Brennweiten erspart das Nikon 18-55mm f/3.5-5.6G AF-S VR DX NIKKOR durch die Stabilisierung bis zu vier Blenden gegenüber einem unstabilisierten Objektiv. Anders herum bedeutet das: Die maximale Belichtungszeit einer Aufnahme aus der Hand kann bis zur 16-fachen Zeit einer nicht stabilisierten Aufnahme betragen.

Nikon setzt mit seiner Vibration Reduction oder VR-Technik wie Canon (dort heißt die Technik Image Stabilization – IS) auf die Bildstabilisierung im Objektiv, während andere Kamerahersteller (z.B. Sony, bei denen die Stabilisierung Super Steady Shot – SSS – genannt wird) auf die Stabilisierung im Kamerabody setzen. Die Stabilisierung im Body hat natürlich den Vorteil, dass die Objektive preiswerter und kleiner bleiben können, allerdings zu dem Preis, dass der Kamerabody schwerer und größer wird. Bei der Stabilisierung im Objektiv hat der Fotograf obendrein ein ruhigeres Bild im optischen Sucher.

Die Brennweite beträgt schon wie beim Vorgängerobjektiv 18 bis 35 mm. Das entspricht einem Zoomobjektiv von 27 bis 82.5 mm beim Kleinbildformat. Das rüstet den Fotografen mit einem feinen Weitwinkel für Aufnahmen in geschlossenen Räumen und liefert mit seinen 82.5 mm schon ein ordentliches Porträt-Tele.
Die Naheinstellgrenze ist mit 28 cm schon einen weiteren intensiven Blick wert und eröffnet die faszinierende Welt der Nahaufnahmen.

Wenn das Objektiv die Qualität seines Vorgängers weiter aufrecht erhält, dann ist das Kit-Objektiv für den Einsteiger ein guter Fang. Mit wachsenden Ansprüchen allerdings kann das Objektiv nicht so einfach Schritt halten. Der dünne Einstellring für den manuellen Fokus ist auch für geübte Fotografen eine Herausforderung und eine schnelle präzise Einstellung gelingt erst nach vielen misslungenen Übungen. Der Zoomring ist ein wenig schwergängig – das Objektiv soll nicht ausfahren, wenn die Kamera nach unten gekippt wird. Die Lichtstärke genügt ebenfalls nur Einsteigern, denn von einem kreativen Spielraum kann bei einer Anfangsblende von 3.5 bzw. 5.6 nicht die Rede sein.

Fazit: Das Objektiv ist ein wirklich guter Fang für den Einsteiger, bekommt aber ein Minus für die Handhabung im manuellen Modus.

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Anmerkungen von Besuchern »

  1. Pingback by meisen - Afterwork-Lounge — 10. Februar 2009 @ 22:24

    [...] gespart und leztes Jahr, ist ja noch net so lange her *g*, gekauft. Warte mal ich such die Site. die hier __________________ Wer glaubt, etwas zu sein…. …hat aufgeh


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