U. Häßler @ 2009-06

Nikon D5000

Bedienung, Menüs und Spiegelvorauslösung

Der Statusmonitor der Nikon D5000 zeigt das moderne grafische Design mit der Blendensimulation, die für Einsteiger in die ambitionierte Fotografie ein wertvolles Hilfsmittel ist und erfahrene Fotografen darauf hinweist, dass sie immer noch eine viel zu große Blende eingestellt haben oder die Zeit für eine Aufnahme aus der Hand zu lang wird. Das grafische Design lässt sich allerdings auch mit ein paar Tastendrucken in ein LCD-ähnliches Design umwandeln, denn einen separaten LCD-Monitor hat die Nikon D5000 nicht.

Das Schnellmenü | Auf der linken Seite und unten im Statusmonitor zeigt das Display die wichtigsten Kameraeinstellungen, die der i-Knopf unten links vom Monitor – ohne das Menü zu aktivieren – direkt ansteuert. An diesen Menürahmen gewöhnen sich auch Umsteiger schnell – mal eben das aktive D-Lighting auf volle Kraft hochfahren oder die ISO-Einstellung ändern, in die Spotmessung wechseln oder eine Belichtungsreihe aufsetzen funktioniert ohne den Widerstand einer Menüstruktur schnell und intuitiv.

Abgrundtief: das Kameramenü | Es ist schlichtweg unglaublich, was sich in den Tiefen des Menüs der Nikon D5000 einstellen lässt. Wenn man erst einmal verstanden hat, welche Funktion in welcher der sechs Kategorien zu finden ist, hat Nikon die Menüstruktur tatsächlich gut im Griff. Der Fotograf allerdings braucht ein fotografisches Gedächtnis, um das Menü zu beherrschen.

Wiedergabemenü | Das Wiedergabemenü kümmert sich um die Darstellung der gespeicherten Aufnahmen und reguliert die Menge der Informationen zur Aufnahme. So zeigt der Monitor der Nikon D5000 alle Kameradaten zur Aufnahme auf einen Screen zusammengefasst, wenn die Hoch- oder Runtertaste des Vierwegerads gedrückt wird. Im Wiedergabemenü lassen sich dann weitere Informationen zuschalten. Wer bei krassen Lichtverhältnissen fotografiert, wird zur Sicherheit z.B. die Lichterkontrolle der zuschalten. Die Lichterkontrolle zeigt überbelichtete Bildbereiche durch schwarz-weißes Blinken an.

Aufnahmemenü | Das Kameramenü gibt Zugriff auf sämtliche Einstellungen der Nikon D5000 – aber ein großer Teil der Funktionen liegt zusätzlich noch im Quickmenü des Statusmonitors. Ein Druck auf die i-Taste unten links neben dem Monitor aktiviert die Menüfunktionen, die direkt im Statusmonitor der Nikon D90 untergebracht sind.

Reset – alles zurück auf die Standard-Werte

Das Zurückstellen aller Eingriffe in die Kameraeinstellungen funktioniert ohne langes Scrollen durch Menüs ganz ähnlich wie das Neu-Booten eines Rechners: i-Taste auf der linken Seite des Monitors drücken, dann noch den Info-Button unterhalb des Auslösers für etwa zwei drei Sekunden ebenfalls drücken – dann schaltet die Nikon D5000 den Monitor kurz aus und startet dann mit den »normalen« Voreinstellungen. Nie war eine Tastaturkombination an einer Kamera so wertvoll!

Individualfunktionen | Die Individualfunktionen regeln besondere Einstellungen – ganz zuoberst die wichtigste aller Funktionen: das Zurücksetzen aller Einstellungen. Hier musste Nikon eine zusätzliche Ebene einbauen, um die Funktionen zu gruppieren und hat zu einem Farbmuster gegriffen, um die Fülle der Eingriffsmöglichkeiten übersichtlicher zu gestalten. Die Autofokus-Funktonen sind rot gekennzeichnet, alles rund um die Anzeige ist hellblau. Hier findet sich übrigens auch die Einstellung für das Zuschalten des Gitternetzes in den Sucher und die Aktivierung der Spiegelvorauslösung.



Spiegelvorauslösung an der Nikon D5000

Die Spiegelvorauslösung hat keinen eigenen Knopf am Kamerabody, sondern wird über das Menü aktiviert. Bei aktiver Spiegelvorauslösung klappt der Spiegel beim Auslösen hoch, der Sucher bzw. der Live View wird für knapp eine Sekunde dunkel und erst dann löst die D5000 tatsächlich aus – ist also eigentlich eine Auslöseverzögerung. Die Spiegelvorauslösung wirkt nicht nur auf die nächste Aufnahme, sondern bleibt aktiv bis sie im Menü wieder aktiviert wird.

Die Spiegelvorauslösung ist für Aufnahmen aus der Hand in zweifelhaften Lichtverhältnissen (neben dem Bildstabilisator natürlich) ein bewährtes Mittel, das Rütteln der Kamera durch den Spiegelschlag zu verhindern.

System | Im System-Menü trifft der Fotograf alle langfristigen und generellen Einstellungen – z.B. die Anzeige des Statusmonitors als grafisches Display oder als LCD-Simulation. Hier werden Karten formatiert, Datum und Zeit gesetzt und die Sprache des Menüs ausgewählt.

Bildbearbeitung | Neben den typischen Bildbearbeitungsfunktionen, wie man sie in den meisten Kameras antrifft, bietet das Bildbearbeitungsmenü eine zarte Perspektivenkorrektur und insbesondere auch eine Verzeichnungskorrektur, die der tonnen- bzw. kissenförmigen Verzeichnung von Objektiven entgegen wirken.


Das Original eines korrigierten Bildes wird natürlich nicht überschrieben, sondern die Nikon D5000-Software legt eine Kopie des Bildes mit der Bearbeitung an.

Letzte Einstellungen | Ein Menü, das wie die Funktion »Verlauf« oder »Historie« in einem Webbrowser die zuletzt getätigten Einstellungen zusammenfasst – gar nicht so übel. Hier lässt sich überprüfen, warum die Bilder auf einmal alle einen Blaustich haben: Ups, vergessen, den manuellen Weißabgleich wieder zurück zu stellen …


Anmerkungen von Besuchern »

  1. Kommentar by Michael — 9. Februar 2012 @ 00:40

    Hallo Ulrike,

    ein wirklich sehr informativer Bericht. Könntest Du mir bitte verraten, wie man solch tolle “Screenshots” vom Kameradisplay hinbekommt?

    Danke und weiterhin alles Gute,

    Michael

  2. Kommentar by U. Häßler — 28. Februar 2012 @ 00:44

    Die gute alte Sony Alpha 350 konnte das Display supergut ablichten, ohne dass es zu Interferenzen kam.


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