U. Häßler @ 2009-06

Nikon D5000

Ein Merkmal hebt die D5000 von allen anderen Nikon-SLRs ab: Sie ist die erste SLR aus dem Hause Nikon mit einem schwenk- und knickbaren Live-View (erinnert sich noch ein Digitalfotograf der ersten Stunde an die wundervolle Coolpix-900-Serie mit dem Knick?).

Die Typbezeichnung der Nikon D5000 fällt aus dem Rahmen – waren die Nikon-Kenner doch schon daran gewöhnt, dass Einsteigerkameras kleine Zahlen aufweisen (D40, D50 und D60), die D90 wie einst die D80 auf anspruchsvolle SLR-Fotografen zielt und die dreistelligen Zahlen schon zum professionelle Lager zählen.

Die Nikon D5000 hat keinen Fokusmotor im Gehäuse – sie braucht also spezielle Objektive mit der Bezeichnung Autofocus Silent Wave Motor und könnte so handlich und leicht in die Einsteigerklasse fallen.

Von den Einsteigermodellen D40 und D60 hebt sie sich aber wie die D90 durch 11 Autofokusfelder ab, sie ist mit vier Bildern pro Sekunde deutlich schneller und bringt eine Funktion für Belichtungsreihen mit, die gerade Umsteigern von analogen Nikon-SLRs bei der Nikon D40/D60 gefehlt hat. Auch eine Spiegelvorauslösung der Nikon D5000 weist darauf hin, dass sich die Kamera von den Einsteigermodellen abheben soll, aber eine Abblendtaste an der D5000 wird man vergebens suchen.


Alles klar: Hier sitzt eine neue Linie zwischen den Einsteigermodellen und der ambitionierten D90 von Nikon und wendet sich eindeutig an Fotografen, die sich zuvor schon mit einer Bridgekamera an das Fotografieren mit dem Vorschaudisplay gewöhnt haben. Gleichzeitig ist sie ein nahtloser Aufstieg für Besitzer einer D40, D50 oder der noch relativ neuen Nikon D60.


D60.jpg D5000.jpg Nikon-D90.jpg
D60 D5000 D90
Auflösung 10,2 Megapixel CCD (3.872 x 2.592) 12,3 Megapixel CMOS (4.288×2.848) 12,3 Megapixel CMOS (4.288×2.848)
Monitor 2,5″ (230,000 Bildpunkte) 2,7″ (230.000 Bildpunkte) 3″ (920.000 Bildpunkte)
ISO 100-3200 200-3200 (100-6400 als Lo und Hi) 200-3200 (6400 als Hi)
kürzeste Verschlusszeit 30s bis 1/4000s 30s bis 1/4000s 30s bis 1/4000s
Autofokus 3 Autofokuspunkte, davon ein Kreuzsensor 11 Autofokuspunkte, davon ein Kreuzsensor 11 Autofokuspunkte, davon ein Kreuzsensor

Die neue Generation von SLR-Fotografen ist sozusagen schon mit dem Live-Preview aufgewachsen – so hat Nikon wohl auch keine Bedenken gehabt, in die D5000 eine noch kleinere Sucheransicht (0.78-fach – das ist schon eine Verkleinerung um 25% !) als in die Nikon D60 zu bauen. Immerhin ist der Sucher größer als der Sucher der D50 oder D70 und bringt sorgfältigen Architekturfotografen ein Schmankerl mit: ein zuschaltbares Raster.

Aber Nikon erschließt sich noch eine Käufergruppe: Die Nikon D5000 ist nicht nur eine Spiegelreflexkamera, sondern setzt auf den neuen Trend der HD-Filme (bis zu 1280 x 720 Pixel) aus der Kamera. Mit einer Auflösung von 1280×720 liefert sie Filmsequenzen von bis zu 5 Minuten Länge am Stück.

Anmerkungen von Besuchern »

  1. Kommentar by Julia Wetter — 29. Juni 2009 @ 20:17

    Ich habe überall jetzt gelesen, das der Monitor der Nikon D5000 langsam ist. Wie langsam? Ich fotografiere mit einer Fuji Feinpix-Bridge-Kamera und habe Probleme wenn ich Kinder beim Laufen und Spielen fotografiere. Wird das mit der neuen Nikon SLR besser oder brauche ich dafür eine Kmaera wie die D700?

    Julia

  2. Kommentar by U.Haessler — 2. Juli 2009 @ 07:12

    Hallo Julia,

    wer mit einer halbwegs modernen Bridgekamera oder einer Kompaktkamera fotografiert hat, muss bei der Nikon D5000 viel Geduld haben, denn der Fokussiervorgang braucht länger. Bei schnellen Motiven müssen Sie sich an den Sucher gewöhnen. Trotzdem hat der Live View Vorteile: Sie können Motive in Bodennähe viel entspannter fotografieren, bei Landschaft und Architektur ist das Vorschaubild auf dem Display ebenfalls gut nutzbar.

  3. Kommentar by Morchel — 15. Juli 2009 @ 17:32

    Klasse, dass Nikon anch der D90 auch seiner neuen “kleinen” eine GPS-Schnittstelle spendiert hat. Passend zum Nikon GP-1. Komisch nur, dass die D5000 auch Kompassrichtungen auswerten kann. Das kann derzeit nur der “Solmeta Geotagger N2″ mit eKompass. Der hat dazu auch noch eine Indoor-Funktion, damit Aufnahmen in Räumen ohne GPS-Empfang auch Koordinaten bekommen … Für mich unentbehrlich.

  4. Kommentar by Frank Menzel — 9. September 2009 @ 00:13

    Dem Autor dieses Testberichtes ein dickes Dankeschön für seine Mühe. Er war wirklich hilfreich und ich habe ihn mit Genuß gelsesen.

  5. Kommentar by admin — 9. September 2009 @ 08:00

    Besten Dank! Das ist allerdings auch der Nikon 5000 zu verdanken – zu der ich mit Meike Fischer zusammen ein Buch geschrieben haben :-)
    Nikon D5000 beim Galileo-Verlag.


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