U. Häßler @ 2009-10

Nikon D3000

Bedienung und Menüs

Das Bedienkonzept der Nikon D40 und D60 hat sich tapfer gehalten – noch ein Zeichen für ein durchdachtes und stabiles Design. Wie immer übernimmt der rechte Daumen bei der Nikon die Steuerung aller Funktionen, die linke Hand ist für das Menü und die Bildwiedergabe verantwortlich. Ein bewährtes Konzept, an das sich ein Nikon-Benutzer gewöhnen kann, und das bei den größeren Nikon-Modellen ohne große Umgewöhnung übernommen werden kann. »Mitwachsen« nennt Nikon diese Konsistenz in der Handhabung der Kamera.

Menüs und Benutzerführung

Das ellenlange Menü der Nikon D5000 hat Nikon der D3000 erspart. Zwar sind die Funktionen zur Bildbearbeitung in der Kamera allesamt vorhanden, aber es gibt keine Objektivkorrektur in der Kamera. Die Nikon D3000 kann – wie schon ihre Vorgänger – Einzelaufnahmen zu Stop-Motion-Filmen zusammensetzen – das ist aber keine Option auf Videoclips, sondern ein Schmankerl für angehende Walter & Gromit-Filmer.
Der neue Miniatureffekt legt eine Weichzeichnung um das Motiv und erzeugt so den Eindruck einer Miniaturszene, in der die Schärfentiefe ja nur ein Hauch ist.

Da die Nikon D3000 keinen kleinen LCD-Monitor für die Aufnahmeeinstellungen hat, gibt das rückwärtige Display Auskunft über die aktuellen Einstellungen der Kamera.

Wer sich die Aufnahmedaten wie Blende und Belichtungszeit anzeigen lässt, hat die Wahl zwischen einer modernen grafischen Oberfläche mit einer Animation der Blende oder einer Nachahmung des klassischen LCD-Displays.

Schon seit der Nikon D40 mag ich das Schnellmenü – rechts und unter den Aufnahmeinformationen blenden die Nikon-SLRs Einstellungen wie ISO, Weißabgleich, Bildqualität, Belichtungskorrektur und Blitzbelichtungskorrektur ein.

Ein Druck auf die i-Taste links unten neben dem Display aktiviert das Schnellmenü und der Vierwegeschalter navigiert nach durch die Menükästchen. Jedes Menü zeigt Beispielbilder zu den jeweiligen Einstellmöglichkeiten. Intuitiv, schnell und informativ – ein gelungenes Bedienkonzept und bei erfahrenen Fotografen so schnell wie ein Knopf auf dem Body.

Was fehlt?

Die Nikon D3000 ist »Spiegelreflexkamera pur«. Sie verzichtet auf Filmclips und bietet keinen Live-View. Schade ist es allerdings, dass Nikon – warum auch immer – wieder einmal auf Belichtungsreihen verzichtet hat. Bei analogen Einsteigerkameras mag diese Technik selten genutzt worden sein, aber bei digitalen Kameras sind auch Einsteiger schnell bereit, bei schwierigen Lichtverhältnissen einmal drei Aufnahmen als Belichtungsreihe auf die Speicherkarte zu setzen. Auch eine Spiegelvorauslösung gehört nicht ins Repertoire der D3000 (wie schon bei der D40 und D60). Da mag Nikon richtig liegen in der Beurteilung – es dauert fast immer ein paar Jahre, bis sich ein Einsteiger so weit in die Technik seiner Kamera vorgearbeitet hat, dass er die Spiegelvorauslösung vermissen wird.

Für wen lohnt sich ein Umstieg?

Für Besitzer einer Nikon D40 die sich mehr Megapixel wünschen, aber keine Ambitionen zum Filmen verspüren und auf den Live-View der Nikon D5000 verzichten, kann sich ein Umstieg auf die Nikon D3000 lohnen. Neben einer höheren Geschwindigkeit bescheren 11 Autofokusfelder mehr scharfe Schnappschüsse und die Qualität der Aufnahmen mit hohen ISO-Werten ist gestiegen – wie bei allen Spiegelreflexkameras der jüngsten Generation.

Wer jetzt bereits eine Nikon D60 besitzt, kann die Befürchtungen, er könne den Anschluss an die neuste Technik verpassen, getrost vergessen. Die Nikon D60 hat bereits das stabilisierte Kit-Objektiv mitgebracht und ebenfalls eine Sensorreinigung eingebaut. Erst eine D5000 oder eine D90 wären ein lohnenswerter Zugewinn. Und – ist da nicht noch ein Platz frei zwischen D3000 und D5000?

Nikon D40 / D60 Nikon D3000 Nikon D5000
GPS x x ja
Belichtungsreihen x x ja
Zuschaltbare Gitterlinien x ja ja
Live-View x x ja
Video x x ja
Spiegelvorauslösung x x ja
Autofokus 3 Felder 11 Felder 11 Felder
Sensorreinigung D40: nein D60: ja ja ja

Umsteiger von der Bridge-Kamera werden vielleicht eher zur D5000 mit dem Live-View tendieren, denn wer sich erst einmal an das Vorschaubild auf dem Monitor gewöhnt hat, wird nicht gern zurückstecken. Auch wenn man sich beim Umstieg vom Live-View einer Bridge-Kamera auf den Live-View der Spiegelreflexkamera an die deutliche Verzögerung gewöhnen muss – für Landschaft und Architektur und Produktaufnahmen ist der langsame Autofokus des Live-Views kein Hindernis.

Fazit | Die Nikon D3000 ist eine solide moderne Spiegelreflexkamera, die auf Funktionen verzichtet, auf die nur wenige Einsteiger großen Wert legen und sich statt dessen auf eine intuitive Bedienung für Einsteiger konzentriert. Als Manko würde ich ich höchstens die fehlenden Belichtungsreihen ankreiden – auf GPS und Video würde ich bei der ersten Spiegelreflexkamera verzichten und lieber in gute Objektive investieren.
Die Bildqualität und vor allem die natürlichen Farben überzeugen – und das nicht nur bei strahlendem Wetter, sondern auch in diesen verregneten Tagen.

Anmerkungen von Besuchern »


RSS-Feed für Anmerkungen zu dieser Seite.
TrackBack URL

Quicktipps

Wenn der Himmel zu eintönig ist


Wolken lassen sich mit Pinseln einmalen. Alternative Pinselspitzen für Wolken hat z.B. grenouille-enchantee.

Pinselspitzen oder Photoshop Brushes haben die Dateiendung abr und werden in das Photoshop-Verzeichnis Pinsel oder Brushes kopiert. In Photoshop das Pinsel-Werkzeug in der Werkzeugleiste aktivieren, um die Pinsel-Sammlung anzuzeigen. Oben rechts in der Pinselsammlung auf das Dreieck klicken, um die frisch eingeflogenen Pinselspitzen zu laden.

Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.