U. Häßler @ 2010-11

Canon Powershot SX30 IS

Bridgekameras sind und bleiben eine Glaubensfrage: Sie sind nicht kompakt genug, um immer dabei zu sein und doch zu klein (damit ist der Sensor gemeint), um in allen Lagen mit einer Einsteiger-Spiegelreflex oder Four-Thirds-Kamera mitzuhalten.

Aber nichts desto trotz: Wenn ich mir so ein absolutes Allround-Objektiv für eine Systemkamera anschaffen wollte, müsste ich abgrundtief in die Tasche greifen.

Für den Eintritt in die Fototechnik sind Bridgekameras ein guter Start. Sie bieten alle Funktionen und geben dem Fotografen alles in die Hand, um eines Tages die erste Systemkamera und Objektive deutlich bewusster zu wählen als beim kalten Sprung von der Vollautomatik der Kompaktkamera in die Abgründe der Spiegelreflex- oder Systemkamera.

Canon PowerShot SX30 IS

Wie gut, dass sich das Objektiv beim Ausschalten wieder auf ein Minimum zusammenfaltet …

Die Canon PowerShot SX30 IS kann schon auf eine richtige Ahnenreihe zurückschauen: Sie ist der Nachfolger der SX20, die wiederum der SX10 aus dem Jahr 2008 folgte.

Den 20-fach-Zoom der SX20 hat sie nicht geerbt, sondern die SX30 hat einen 35-fach-Zoom – von sagenhaften 24 bis 840 mm. Das eröffnet Aufnahmen in der engen Küche bis hin zur Tierfotografie aus sicherem Safari-Abstand, denn die Canon SX20 löst nicht nur wunderbar leise aus, sondern der Zoom ist dank eines Ultraschallmotors ebenfalls leise (allerdings nicht besonders schnell).


ISO 200 F5,6 1/25 sek 4,3 mm ~25 mm entspr. KB

ISO 200 F5,8 1/25 sek 150,5 mm ~840 mm entspr. KB

1/25 sek bei 840 mm – ohne Anlehnen, ohne langatmige Yoga-Übung zur geistigen Vorbereitung: Dass ist eine herausragende Leistung des Bildstabilisators. Darüber hinaus stabilisiert die Canon SX30 IS auch das Bild auf dem Monitor.

Der Bildstabilisator | Das IS im Namen »SX30 IS« deutet auf den Bildstabilisator, der bei einem Tele dieser Stärke auch unbedingt erforderlich ist und mit einer »Beruhigung« von 4,5 Blendenschritten zu den besten Stabilisatoren unter den Bridgekameras zählt.

Bildstabilisatoren

Schon ab 100 mm bemerken die meisten Fotografen, wie schnell die Hand so einer langen Brennweite Unruhe ins Bild setzt. Die Daumenregel für scharfe Fotos und Videos aus der Hand war immer eine maximale Belichtungszeit von 1/Brennweite.

Also müsste der Fotograf mit der PowerShot SX30 IS auf hervorragendes Licht hoffen, um mit 1/800 sek das Rehlein am Waldrand perfekt ins Bild zu setzen.
Dafür wäre fast immer eine große Blende erforderlich – aber der Blendenöffnung sind nun einmal Grenzen gesetzt. Der Bildstabilisator von 4,5 Blendenschritten verlängert die mögliche Belichtungszeit:

Laut Daumenregel 1 Blendenschritt 2 Blenden 3 Blenden 4 Blenden 4,5 Blenden
1/800 sek 1/400 sek 1/200 1/100 sek 1/60 sek 1/40 sek

Jetzt können wir also unseren Enkeln bald die Geschichte erzählen, wie wir armen Socken früher mit einer Formel ausrechnen mussten, ob wir noch ein Foto mit dem Tele machen konnten …

Body und Design

Bridgekameras haben auch in Zeiten, in denen Spiegelreflexkameras der Einsteigerklasse kaum teurer sind, ihren Reiz – eben den großen Zoombereich in einer relativ kompakten Bauweise. Allerdings passt die SX30 kaum in eine Jacken- oder Handtasche, sondern dieser Kameratyp zielt sehr bewusst auf Fotografen und Fotografinnen, die bereits viel Freude am Fotografieren mit der Kompaktkamera gefunden haben und nun voller Ambitionen den ersten Schritt in Richtung Fototechnik in Angriff nehmen wollen.

Seite an Seite … nur beim Gewicht verliert die Sony, denn ihr Objektiv ist schon so schwer wie die ganze Canon Powershot.

Neben der Sony a55 aufgestellt, müsste man raten, welche von beiden die Systemkamera und welches die Bridgekamera sein soll …

Der dreh- und schwenkbare Live View auf der Rückseite ist ist ein Standard-Monitor mit einer Auflösung von 230.000 Bildpunkten in einer Diagonalen von 2,7“.

Über dem Live View-Monitor auf der Rückseite bietet die Canon PowerShot SX30 IS auch einen elektronischen Sucher, der vor allem für schlechte Lichtverhältnisse gedacht ist – z.B. beim gefürchteten strahlenden Sonnenschein oder wenn das Tageslicht zur Neige geht. Der E-Sucher ist zwar hell und fein, aber doch auch gewöhnungsbedürftig, denn der Sucherrahmen liegt weit weg von der Augenmuschel scheinbar vorn auf dem Objektiv.

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Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.