
Jessica Backhaus: One Day In November, Kehrer Verlag, 2008
Ein kleines feines Fotobuch ist es, das Jessica Backhaus ihrer Freundin, der Fotografin Gisèle Freund, gewidmet hat und das als poetischer Fotoessay zu bezaubern vermag.
In diesem Buch wurden Fotografien, die in überzeugenden An- und Ausschnitten Alltägliches in herrlich subtilen Farbklängen zeigen, zusammengestellt – meist als Pärchen, teilweise stehen auch drei Fotografien auf einer Doppelseite in Beziehung zueinander. Die Fotos vermitteln Jessica Backhaus’ Freude an der Schönheit der Dinge und sie erzählen auch von Einsamkeit und Melancholie.
Menschen tauchen in Backhaus’ Bildern nicht als Protagonisten auf, trotzdem sind sie durch ihre vielfältigen Spuren anwesend.
Jessica Backhaus verwebt in diesem Buch klare, fast dokumentarisch anmutende Fotos mit Bildern, die kleine Stillleben aus dem Alltag zeigen, und teils wie Fragmente aus der Erinnerung wirken, zu einer Einheit. Wir sehen Übersichten und Details, Inneres und Äußeres. Erinnerungen und Gegenwart scheinen sich abzuwechseln. Es sind sehr persönliche Bilder, die zwei wichtige Stationen im Leben der Fotografin zusammenbringen: Paris und New York.
Ein schöner Text über die Freundschaft der beiden Fotografinnen und die lebendigen Erinnerungen an Gisèle Freund runden das Buch ab und eröffnen den Zugang zu den Bildern des Buches. Jessica Backhaus schreibt, sie habe von Gisèle Freund gelernt, mit dem Herzen zu fotografieren – und genau das zeigt sie in ihren Fotografien. Unbedingt empfehlenswert.

Foto aus: Jessica Backhaus, One Day In November
Jessica Backhaus
One Day In November
Kehrer Verlag
ISBN 978-3-86828-022-7
58,00 Euro
2008

Anmerkungen von Besuchern »
RSS-Feed für Anmerkungen zu dieser Seite.
TrackBack URL