Im berüchtigten Maze Prison, benannt nach der Ortschaft Maze ganz in der Nähe, saßen Mitglieder terroristischer Gruppierungen ihre Haftstrafen ab, sowohl Angehörige von protestantischen Organisationen wie der UDA als auch von irisch-katholischen wie der Provisorischen IRA und der INLA.
Vor allem republikanische Untergrundorganisationen bestanden darauf, dass ihre Mitglieder, die in Maze gefangen waren, den Status von Kriegsgefangenen hätten. Während wochenlanger Hungerstreiks, die als Verschärfung eines Protests der Gefangnenen, den sogenannten “dirty protest” folgten, starben zehn Gefangene im Maze.
Das Gefängnis wurde am 29.9.2000 geschlossen, nachdem es sich durch das Karfreitagsabkommen von 1998 geleert hatte, da Gefangene, die sich am Zustandekommen des Vertrages beteiligt hatten, vorzeitig aus der Haft entlassen wurden.
Minutiöse Aufnahmen mit der Großformatkamera dokumentieren den architektonischen Aufbau des Gefängnisses. Hineingeführt wird der Betrachter über die “Inertias”, einen schmalen Bereich zwischen Außenmauer und dem ersten Zaun die dazu dienten, Bewegungen aufzuspüren. Sie waren zudem abschnittweise Nummeriert um bei Ausbruchsversuchen schnell lokalisieren zu können, wo der Ausbruchsversuch stattfand. Von den Inertias führt der Weg zu den so genannten “Steriles”, die schnelles bewegen auf dem Boden durch große Steine und Geröll verhindern sollten. Inertias und Steriles sollten Ausbrüche aus dem Gefängnis zu verhindern helfen. Dann folgt Wylie den den Straßen, die die drei Sektionen des Maze, die H-Blocks beherbergen, miteinander verbinden und führt den Betrachter als zu den Herzstücken des Komplexes, den Zellenbereichen.
Der Aufbau des Maze war komplex und zudem sehr gleichförmig angelegt, dass sich auf dem Gelände keinerlei Orientierungspunkte boten. Maze habe das Gefühl kompletter Verwirrung vermittelt, so Wylie und dieses Gefühl habe ihn während seiner gesamten Arbeit nicht verlassen.
Wylie zeigt 24 Zellen aus dem B-Flügel des H-Block 5, die ebenfalls alle gleich aussehen und sich nur durch unterschiedliche Stoffmuster der Vorhänge oder in Einzelfällen durch blaue Wände von den üblichen weißgestrichenen Wänden unterscheiden. Keine der austauschbaren Zellen zeigt noch Spuren ihrer Vergangenheit und trotzdem sind ihnen die Geschichten ihrer Insassen und der tragischen Ereignisse die sich im Maze abspielten, inhärent.
In seiner konzeptionell angelegten Arbeit befasst Donovan Wylie sich mit dem Aufbau des Maze um in Band zwei die Schichten (Maze Laxers) aus Zäunen und Mauern, die es umgaben, freizulegen. Dabei verfolgt er die Phasen des Abriss, bei dem Zaun um Zaun Mauer um Mauer in Schichten abgetragen wurden. Wylie sagt über dieses Abtragen der Schichten, man erwarte immer Näher an Etwas heranzukommen um dann festzustellen, dass man im Inneren keine Antworten finde.
Nichts erinnert am Ende noch an das Maze und seine Insassen; alle Spuren sind getilgt. Doch Wylies Fotoarbeit bleibt als Dokument erhalten.
Ohne das entsprechende Hintergrundwissen erschließt sich die Arbeit natürlich nicht, jedoch erläutert eine beigefügte Broschüre den politischen Hintergrund des Gefängnisses. Wylie legt ein sorgfältig fotografiertes Zeitdokument vor, das jedem Sammler ans Herz zu legen ist.
Donovan Wylie
MAZE
Steidl, 2009
ISBN 978-3-86521-907-7


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