Optimal sind schöne klare Nächte mit Mondlicht. Bei den langen Belichtungszeiten ist der Mond eine willkommene zusätzliche Lichtquelle und sorgt für Schatten, die dem Bild Tiefe und Plastizität verleihen. Die Taschenlampe hilft jetzt nicht nur beim Zugriff auf die Knöpfe der Kamera, sondern erhellt Teile des Motivs.

- Blende F5.6, Belichtungszeit 15 sek, ISO 160, Brennweite 14 mm an Sony R1. Autofokus auf das Feuerwehrschild mit Hilfe der Taschenlampe. Der Vollmond wirkt kaum anders als die Sonne. Erst die bewölkte Nacht macht diese Aufnahme möglich, denn nur weil sich im Laufe der Belichtungszeit immer wieder Wolken vor den Mond schieben, reist der helle Mond nicht zu stark auf.
Vielleicht kann der Strahl der Taschenlampe dem Autofokus noch einmal auf die Sprünge helfen, wenn das Autofokus-Hilfslicht gar nicht so weit reicht, um dem Autofokus noch einen Anhaltspunkt zu zeigen. Innerhalb einer Belichtung von 20 oder 30 Sekunden spielen 5 Sekunden Anstrahlen mit der Taschenlampe nur eine untergeordnete Rolle im fertig belichteten Bild.
Naturfotografie und Porträtaufnahmen in dunkler Nacht
Eine besondere Note bekommt das Bild auch, wenn die Taschenlampe während der Belichtung einen Bereich des Bildes mit etwas Licht hervorhebt.

- Mit einer starken Taschenlampe wurde das Haus aufgehellt – die Umgebung verliert sich im Dunkel. Belichtungszeit ca. 15 sek, Blende 11
Bei Porträts im Dunkeln setzt ein Reflektor schöne Lichtpunkte, wenn er mit der Taschenlampe angestrahlt wird und das Licht auf das Gesicht oder Teile des Gesichts lenkt.
Wenn Passanten stören …
Bei Langzeitbelichtungen spielt ein Passant, der ausgerechnet jetzt vor der Kamera durch das Bild marschiert, kaum noch eine Rolle. Allenfalls offenbart sich ein Passant in größerer Entfernung noch als vorbei eilende Geistererscheinung. Vielleicht bringt ein Fußgänger, der kurz im Bildrahmen verweilt, noch den perfekten Vordergrund ins Bild.

- Blende F13, Verschlusszeit 30 sek, 35 mm an Sony Alpha 350, Bearbeitung: Fotofilter mit »Kaltfilter LBB« in Photoshop Gute zwanzig Sekunden verweilte die Gruppe von Nachtbummlern im Bild. Trotzdem erscheinen sie schon nur noch als geisterhafte Schatten und Lichter im Bild.
Wenn Passanten aber völlig ausgeschlossen werden sollen, der Platz aber niemals wirklich lang genug leer bleibt, ist die lange Belichtungszeit gefragt. Mit Belichtungszeiten von 20 oder 30 Sekunden verschwinden Fußgänger völlig und ein menschenleerer Platz offenbart plötzlich einen ganz neue Sicht auf den ansonsten immer belebten Marktplatz mit seinen Bistros und Cafes.

- Blende F13, Verschlusszeit 30 sek, Brennweite 35 mm an Sony Alpha 350 Keine Menschenseele zu sehen: Alle durcheilenden Passanten haben bei der langen Belichtungszeit keine Spuren im Bild hinterlassen.

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