Das Vergrößern oder Verkleinern des Bildes ist immer einer der letzten Schritte – auf jeden Fall nach den Helligkeits- und Farbkorrekturen, denn diese Korrekturen gelingen exakter und ohne Abrisse in den feinen Verläufen, je höher Auflösung und Farbtiefe des Bildes sind.
Das Schärfen erfolgt erst nach der Vergrößerung bzw. Verkleinerung, denn das Scharfzeichnen im Bildbearbeitungsprogramm kann immer nur die Folgen einer Interpolation mildern, nicht aber wirklich die Schärfe eines schlechten Fokussierens verbessern.

- Die Angabe der Auflösung ist nur für den Drucker interessant. Für die Ausgabe auf dem Monitor ist die Druckauflösung nicht relevant.
Früher galt, dass ein digitales Bild nicht vergrößert werden darf. Dieser Ratschlag kommt allerdings noch aus einer Zeit, in der das Pixelmaterial der digitalen Bilder selbst aus den besten Kameras nur selten die Qualität erreichte, die wir heute aus unseren Digitalkameras holen. Die Vergrößerung einer Aufnahme in höchster Auflösung und Qualität darf das Bild bis etwa zur doppelten Seitenlänge „aufblasen“ – vorausgesetzt, das Bildmaterial war von bester Qualität: nicht unterbelichtet und das Motiv sauber im Fokus (richtig scharfgestellt).
- Vergrößerungen von gutem Bildmaterial, das nicht zuvor starken Helligkeitskorrekturen unterworfen wurde, gelingen mittels bikubischer Interpolation etwa bis zu einer Verdoppelung der Seitenmaße.
Starkes Aufhellen oder Abdunkeln des Bildes verraten sich in Vergrößerungen schnell durch die Fehlpixel – auch „Rauschen“ genannt –, die in die dunklen Bildbereiche bei einer heftigen Aufhellung des Bildes einziehen. Und auch die Bildschärfe muss perfekt auf dem Motiv liegen, denn ansonsten würde der Weichzeichnungseffekt der Interpolation die Unschärfe noch stärker hervortreten lassen.
- Wie weit ein digitales Bild vergrößert werden kann, hängt auch von der Größe des Ausgangsbildes ab. Eine Vergrößerung von DIN A4 auf DIN A3 bringt einen größeren Betrachtungsabstand mit sich, während die Vergrößerung von einem Postkartenformat auf doppelte Abmessungen den Betrachtungsabstand nicht vergrößern wird. Große Bilder können demnach weiter vergrößert werden als kleine Bilder.
- Das nachträgliche Schärfen dient nur der Milderung des Weichzeichnungseffekts, der bei einer Vergrößerung einzieht. Auch hier gilt wieder: Je größer das Bild, desto mehr Scharfzeichnen wird es verkraften.
Photoshop bietet auch gleich das Schärfen des Bildes bei einer Verkleinerung oder Vergrößerung an – nämlich mit der Option Bild neuberechnen / Bikubisch schärfer. Diese Option ist sinnvoll, wenn das Bild verkleinert wird und das Original bereits eine optimale Schärfe aufwies. Bei Vergrößerungen ist es meistens besser, das Schärfen des vergrößerten Bildes mit einer Funktion wie Filter / Scharfzeichnungsfilter / Unscharf Maskieren unter voller Sichtkontrolle durchzuführen.

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