U. Häßler @ 2008-08

Werkzeuge für Freisteller

Geduld und Spucke: Freisteller brauchen Geduld, Übung, Hartnäckigkeit und den festen Glauben an die Macht der Werkzeugleiste.

„Freistellen“ heißt das Zauberwort für fotografierte Objekte, die ohne ihren Hintergrund für Fotomontagen oder in Präsentationen gebraucht werden.

Seitdem es die digitale Bildbearbeitung gibt, glaubt jeder, dass Programme wie Photoshop oder Elements, Paint Shop Pro oder Ulead PhotoImpact das Motiv vollautomatisch freistellen. Aber das Ausschneiden eines fotografischen Motivs ist immer noch von der Art des Motivs abhängig und es gibt immer noch keinen magischen Knopf für das vollautomatische Ausschneiden.

Das Freistellen eines Motivs ist wie einst in der Dunkelkammer eine Frage der Geduld und Disziplin. Die Software stellt uns einen ganzen Schwung von Freistellwerkzeugen zur Verfügung, denn fast immer muss der Benutzer die Werkzeuge für komplexe Masken mischen. Die Konturen fotografischer Motive können ganz unterschiedlicher Natur sein: Sie sind glatt und messerscharf, weich, haarig, fusselig, rissig und wollig und lockig.

Blitzer

In der Dunkelkammer gab es einen kleinen Schmirgelstein, mit dem man die Kante der ausgeschnittenen Motive ausfranste. Wenn das Motiv auf das Hintergrundfoto geklebt wurde, sollte der Aufkleber keinen Schatten werfen.

Die Maske oder der Pfad müssen immer ein bis zwei Pixel innerhalb des Motivs liegen, sonst entstehen »Blitzer«, die eine Montage schnell verraten. Ebenso verräterisch sind harte Kanten – darum wird am Ende die Funktion Auswahl >> Weiche Auswahlkante die Kontur mit einem Radius von ein oder zwei Pixel aufweichen.

Darunter sind aber immer mehr halbautomatische Funktionen, die mit wenigen Klicks ein akzeptables Ergebnis liefern. Und natürlich bietet die Bildbearbeitungssoftware das magische „Rückgängig machen“ und die Protokollpalette, die bei komplizierten Freistellern den Frustrationspegel niedrig halten.


Fotografische Vorarbeit

Wer schon bei der Aufnahme daran denkt, ein Motiv als Freisteller für Fotomontagen einzusetzen, kann sich die Arbeit erleichtern:

  • Eine große Blende und Scharfstellen auf die Kontur des Motivs sorgen für die fotografische Trennung des Motivs vom Hintergrund. Eine gut abgesetzte Motivkontur spart später viel Zeit.
  • Optimalerweise sollten keine harten Schatten über das Motiv verlaufen.
  • JPEG-Artefakte, die vom allzu sparsamen Speichern und Rauschen von einer hohen ISO-Einstellung rühren, behindern die halbautomatischen Werkzeuge.
  • Eine perfekte Belichtung und eine RAW-Aufnahme, die in ein TIFF-Bild konvertiert wird, verbessern die Chancen, mit ein paar Klicks zu einer Auswahl zu kommen.

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Quicktipps

Wenn der Himmel zu eintönig ist


Wolken lassen sich mit Pinseln einmalen. Alternative Pinselspitzen für Wolken hat z.B. grenouille-enchantee.

Pinselspitzen oder Photoshop Brushes haben die Dateiendung abr und werden in das Photoshop-Verzeichnis Pinsel oder Brushes kopiert. In Photoshop das Pinsel-Werkzeug in der Werkzeugleiste aktivieren, um die Pinsel-Sammlung anzuzeigen. Oben rechts in der Pinselsammlung auf das Dreieck klicken, um die frisch eingeflogenen Pinselspitzen zu laden.

Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.